Irland: Ein großes Stück vom Kuchenglück

Es war einmal ein irisches Dorf, das konnte sich nicht entscheiden, ob es im County Clare oder im County Tipperary zu Hause sein wollte. Nach langem Überlegen ließ es sich schließlich dort nieder, wo der Shannon, der längste Fluss Irlands, in den Lough Derg übergeht – die eine Hälfte der Häuser purzelte dabei auf die östliche Seite und wurde zu Ballina, die andere auf die westliche und nannte sich Killaloe.

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So hätten Killaloe und Ballina tatsächlich entstehen können – und wer weiß, vielleicht hat sogar ein irischer Leprechaun seine Hände mit im Spiel gehabt. Fest steht, dass die beiden Teile des – nach deutschen Maßstäben – Dorfes, das in Irland als Kleinstadt gilt, heute zusammengehören und durch eine steinerne Brücke verbunden werden, deren älteste Vorgängerin auf das Jahr 1013 datiert werden konnte. Und auf der sich die Fußgänger dünn machen müssen, wenn ein Auto vorbeikommt.

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In Killaloe ist es unmöglich, den Wooden Spoon zu übersehen. Am Nachmittag stehen die Kinder in Schuluniformen bis auf die Straße Schlange, um ein Stück vom Glück abzubekommen. Wer auf Zucker verzichten will oder muss, der sollte hier am besten nicht weiterlesen – und schon gar nicht die Fotos ansehen.

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Als ich im September 2016 zum ersten Mal durch die pinke Tür gehe, muss ich breit und voller Vorfreude grinsen. Bin ich per Zufall ins Paradies auf Erden gestolpert – oder ins Schlaraffenland? Zuerst einmal ist da die Einrichtung vom Wooden Spoon. Alles ist bunt, fröhlich, verspielt, mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Nichts passt wirklich zueinander, aber irgendwie wiederum doch. Und dann die warme Atmosphäre! Ich fühle mich sofort willkommen. Der größte Tisch besteht aus einer bemalten Holztür mit Glasplatte darauf, neben den kleineren stapeln sich in einem Regal Kochbücher und laden zum Schmökern ein. In der Luft hängt ein heiteres Geschnatter, als wäre ich in einen Geburtstag geplatzt. Alle Gäste scheinen sich zu kennen, reden über die Tische miteinander.

Dann wende ich meinen Blick nach rechts – und danke sofort dem lieben Gott, dass ich einen ganzen Monat in Ballina verbringen darf und somit die Möglichkeit haben werde, mindestens jeden zweiten Tag im Wooden Spoon vorbeizuschauen und meinen Zuckerspeicher aufzufüllen. Um die kleinen, fiesen Kalorien mache ich mir erst mal keine Sorgen, schließlich gibt es auch hier Hügel, die man hochrennen kann. Außerdem fahre ich für die Zeit meines Aufenthalts ein altes, schwergängiges Damenrad, das aus den 90ern stammt und dessen Kette so laut quietscht, dass sich kleine Jungen umschauen und hämisch lachend mit dem Finger auf mich zeigen, wenn ich an ihnen vorbeiächze.

Aber zurück zum Wesentlichen:

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Auf und in der Glastheke stapeln sich Brownies über Brownies und Coffee und Carrot Cakes mit einer dicken, fetten Glasur,

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dazu in Himbeerpulver und Kokosraspeln gewendete Energiebällchen. Yum!

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Aber damit nicht genug. Auf dem pinken Tresen lachen mich überlebensgroße Scones an

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und – ein verführerischer Lemon Drizzle Cake. Yumyum! Ich weiß sofort, dass ich ihm verfallen bin, obwohl mir bewusst ist, dass unsere leidenschaftliche Affäre nur einen kurzen Monat währen wird. Bei dem Gedanken daran könnte ich sofort losheulen. Doch ich unterdrücke die Tränen, begrüße Laura Kilkenny, der Chefin, bestelle ein Stück vom Lemon Drizzle und einen Kaffee mit Marshmallows – wenn schon, denn schon. Die nächsten dreißig Minuten verbringe ich damit, im siebten Himmel zu schweben und einen Zuckerschock zu erleiden.

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Um es kurz zu machen, Laura hat für ihren Wooden Spoon schon mehrere Preise und Auszeichnungen bekommen – und das völlig zu recht. Jeder Kuchen ist ein Gedicht, aber auch die Suppe mit selbstgebackenem Brot und gesalzener Butter, der ich an wenigen Tagen den Vorzug vor einem Brownie mit Himbeerganache, einem Scone mit Clotted Cream, einem Stück Coffee Cake oder – ihr ahnt es – Lemon Drizzle gebe, ist ein Gaumenschmaus. Unterstützt wird Laura von einem tollen Team, das jeden Morgen schon früh in der Backstube steht und werkelt und mit dem man – wie mit den meisten Menschen in Irland – leicht ins Gespräch kommt. They make the magic happen!

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Fazit: Der Wooden Spoon ist ein Lovely Place für alle Nachkatzen und -kater, für alle, die in einem Café auch die Individualität seiner Besitzerin erkennen wollen und gerne mit ihrem Nachbarn einen kurzen Schnack halten. Und wenn draußen der typisch irische Nieselregen vom Himmel fällt, fühlt man sich mit einem Brownie und einem Kaffee im Wooden Spoon so, als wäre man zu Hause angekommen.

 

Slàn leat! lch werde wiederkommen.

Für alle, die selbst mal im siebten Kuchenhimmel schweben wollen:

The Wooden Spoon – Bridge Street, Killaloe, County Clare, Ireland ->oder hier.

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Be lovely! Susanne

7 Kommentare zu „Irland: Ein großes Stück vom Kuchenglück

  1. Danke für euren tollen Artikel.

    Ich stöbere schon länger auf eurem interessanten Blog.
    Und gerade musste mich mal ein schnellen Kommentar da lassen und „Danke“ sagen.

    Macht genauso weiter, freue mich schon auf die nächsten Beiträge

    Gefällt 1 Person

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