Übernachten im Buchladen – im Book and Bed in Tokio

Heute reise ich gedanklich nach Japan, in das Land der aufgehenden Sonne, des Karaokes und des rohen Fischs, wo ich auf eine sehr, sehr außergewöhnliche Übernachtungsmöglichkeit gestoßen bin.

Ist das Book and Bed in Tokio nun ein Buchladen, in dem man übernachten kann, oder eine Art Hostel, in dem einfach nur viele Bücher rumstehen? Nach genauerer Betrachtung würde ich sagen, es ist Ersteres. Mit dem Book and Bed haben die Betreiber eine Art riesige Bibliothek geschaffen, die wie ein Buchladen gestaltet wurde, in welcher der manchmal ach so schwere Schritt, sich während des vertieften Lesens noch einmal vom Buch loszueisen, um sich die Zähne zu putzen und sich bettfertig zu machen, entfällt. Denn hier kann man gleich im Schlafanzug lesen – und mit einem Buch in der Hand einschlummern.

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Im Book and Bed findet der Buchverrückte in den zwei meterlangen Regalen über 3000 Bücher – natürlich nicht nur auf Japanisch, sondern auch auf Englisch, in denen er schmökern kann, bis ihm wortwörtlich die Worte vor den Augen verschwimmen und diese zufallen.

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Hat man am Nachmittag noch auf der überdimensionalen gemütlichen blauen Couch mit einem Stapel aus Comics oder Travel Guides neben sich gelesen, so wird es abends Zeit, ins Bett zu gehen – natürlich ohne sich dabei allzu weit vom Lesestoff zu entfernen. Das Book and Bed in Tokio bietet dem müden Bücherwurm 52 Schlafkojen in zwei Größen. Als Mitteleuropäer sollte man vermutlich die größere wählen, in der man statt 80 cm doch immerhin 1,20 m Bewegungsfreiheit in der Breite genießen darf. Zudem kann man sich entscheiden, ob man neben anderen Gästen in einer Art Mega-Bett schläft, bei dem sich mehrere Kojen über- und nebeneinanderstapeln und das an ein Matratzenlager in einer Alpenhütte erinnert, oder sich den Luxus gönnt, direkt in beziehungsweise hinter einem Bücherregal zu nächtigen und somit nur den Arm zum nächsten Buch ausstrecken zu müssen. In jeder japanisch reduziert gehaltenen Koje gibt es natürlich Strom und ein Leselicht.

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Insgesamt ist das Book and Bed eher wie ein Hostel aufgebaut. Luxus sucht man hier vergeblich. Es gibt gemeinschaftliche Waschräume, und auch die Preise liegen eher im Hostel-Bereich. Vermutlich wird man auch nicht wie im Hotel neun Stunden lang selige Bettruhe genießen können, sondern ab und an von Nebenschläfern, -lesern und eventuell auch -schnarchern geweckt werden. Aber das sind nur Kleinigkeiten, denn die außergewöhnlich Erfahrung in dieser Erlebnis-Unterkunft kann einem niemand nehmen.

Wer schon in Tokio auf den Geschmack gekommen ist, für den bietet sich vielleicht auf seiner Japanrundreise ein Abstecher zur zweiten Dependance vom Book and Bed in Kyoto an. Und für alle, die auf dieses ausgefallene Übernachtungskonzept neugierig sind, aber nicht gleich übernachten wollen: Zwischen 13:00 und 17:00 kann man täglich ins Book and Bed hineinschuppern, ohne eine Schlafkoje buchen zu müssen.

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Mein Fazit:

Das Book and Bed in Tokio ist ein Lovely Place für jung gebliebene Leseratten und Bücherwürmer, für Abenteurer und für alle, die auf der Suche nach außergewöhnlichen Übernachtungsmöglichkeiten sind. Na dann, oyasumi nasai, wie der Japaner sagt, und schöne Träume im Bücherhimmel!

Fakten:

Book and Bed Tokio

1-17-7, Lumiere Building, 7th floor

Nishi Ikebukuro, Toshina-ku Tokyo, Japan 171-0021

www.bookandbedtokyo.com

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