Esse mit EatWith bei Einheimischen zu Hause

Das Problem:

Wir haben es alle schon einmal erlebt: Da folgt man in bella Roma dem ach so geheimen Insidertipp des Reiseführers xyz und landet dann doch wieder in einem Restaurant, in dem Deutsche, Holländer und Briten an den Nebentischen sitzen und die Pizza zäh wie eine Schuhsole ist. Irgendwie fühlt man sich, als wäre man nicht dort, wo man eigentlich hinwollte. Nämlich an einen Ort, wo man unverfälscht die typisch regionale Küche des Landes oder der Region kennenlernen und genießen kann und vielleicht beim Espresso sogar noch mit waschechten Römern ins Gespräch kommt.

Die Rettung:

Sie naht in Form von EathWith, das seit knapp fünf Jahren Foodlovers auf der ganzen Welt zusammenbringt. Ziel der Plattform ist es, zwischen leidenschaftlichen Hobbyköchen und Reisenden zu vermitteln, die sich bei einem selbst gekochten Menü in der Küche ihres Gastgebers mit ihm über Land und Leute austauschen wollen – und natürlich über regionale oder landestypische Spezialitäten. Als netten Nebeneffekt lernt man als Gast an einem solchen Abend fast immer andere Traveller kennen, die ähnlich ticken wie man selbst.

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Wenn ihr an einem einmaligen kulinarischen Erlebnis mit EatWith interessiert seid, stöbert euch einfach auf der Website durch die aktuellen Angebote. Da die Gastgeber auf Herz und Nieren getestet werden, bevor sie auf EatWith gelistet werden, ist ihre Anzahl zwar eher überschauber, plant man aber etwa einen Kurztrip in eine Metropole wie Paris, Lissabon, Vancouver oder Rio de Janeiro, so wird man fast immer fündig und hat die Auswahl zwischen mehreren Gastgebern und ihren bereits ausgeklügelten Menüs. Dann heißt es nur noch buchen und sich auf einen tollen Abend freuen.

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Die Gastgeber:

Die, die ihre Haustür und ihre Küche öffnen, um Fremden einen Platz an ihrem Tisch anzubieten, sind so verschieden wie die sprichwörtlichen Geschmäcker. Ich hatte das Glück, dass mir die Grafik- und Modedesignerin Natascha und der Ingenieur Tobias aus München ihre EatWith-Gastgeber-Geschichte erzählt haben.

Tobias & Natascha

Die beiden sind zwei absolute Foodies. Sie lieben es zu kochen und neue außergewöhnliche Geschmacksrichtungen auszuprobieren. Aus ihren Urlauben bringen sie sich Gewürze und Zutaten mit, um regionale Gerichte auch zu Hause nachkochen zu können. Grund dafür, bei EatWith mitzumachen, war, dass die beiden gern ihre Freunde bekochen, diese aber nicht wirklich ihre Passion für gutes, regionales Essen teilen.

Seit Ende 2015 sind sie nun bei EatWith als Gastgeber dabei. Mittlerweile haben sie etwa 10 Abendessen, meist bestehend aus einem Aperitif und vier Gängen ausgerichtet, und dabei 52 Menschen verschiedenster Nationen kennengelernt, denen sie sonst nie begegnet wären und die ihre Leidenschaft für das Essen teilen: Amerikaner, Schweden, Finnen und Australier. Aber auch eine Kölner Familie war dabei, die ihre Tochter mit einem ganz besonderen Abendessen überraschen wollte.

Lange in Erinnerung geblieben ist Natascha und Tobias das Essen mit einer Finnin und einer amerikanischen Familie. Der Vater brachte als Gastgeschenk zwei Flaschen des Nachbarweingutes in Kalifornien mit, die man natürlich auch gemeinsam verköstigte. Es wurde ein sehr fröhlicher Abend.

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Meine persönliche Erfahrung:

Ich selbst habe die Plattform vor über einem Jahr vor einer Kurzreise nach Istanbul kennengelernt, sodass ich in der türkischen Millionenstadt schließlich in der Küche von Fatma und Hassan, einem sehr, sehr herzlichen älteren Ehepaar, das beste Essen meines gesamten Aufenthalts genießen durfte. Außerdem sprachen und diskutierten wir viel über die allgemeine Situation in der Türkei, und als ich ihr Zuhause spät abends verließ, hatte ich den Eindruck, mehr über das Leben, das Denken und die Probleme der Istanbuler erfahren zu haben, als es eine Stadtführung je hätte vermitteln können.

Mein Fazit:

EatWith ist eine tolle Gelegenheit, auf Reisen im Zuhause eines Einheimischen mehr über die regionale Küche, aber auch über das Alltagsleben in der entsprechenden Stadt oder dem Land zu erfahren. Wer aufgeschlossen und interessiert an Neuem ist, wird so einen unvergesslichen Abend verbringen, und der Küchentisch wird zu einem Lovely Places.

Die Fakten:

Hier findet ihr Infos zu den EatWith-Städten, den Gastgebern und Menüs: www.eatwith.com

Hat dir der Artikel gefallen und du planst auch schon einen EatWith-Abend, dann freue ich mich sehr über einen Like oder einen Kommentar von dir. Be lovely! Susanne

Ein Kommentar zu „Esse mit EatWith bei Einheimischen zu Hause

  1. Liebe Susanne 🙂
    Das ist wirklich ein ganz toller Bericht!!

    Und danke für den Tipp mit der Plattform – das werde ich definitiv mal testen. Ich habe nämlich schon oft genau das gedacht: Dass es schade ist, dass „lokale“ Küche oft so schwer zu finden ist. In Italien hatten wir zweimal das Gefühl, wirklich authentisch zu essen: In einer kleinen Trattoria in Montepulciano (übrigens ein traumhafter Ort) in der Toskana und bei meinen Verwandten auf Sizilien.

    Wäre schön, wenn es solche Erlebnisse auch in Ländern gäb, in denen man keine Verwandten hat…

    Liebe Grüße
    Laura

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