Auf Schokowolke 8 – in der wunderbaren GötterSpeise in München

Ecke Jahn- und Westermühlstraße steht ein Altbau, dessen Anblick mich unweigerlich nach Paris transportiert. Romantisch verschnörkelte Balkönchen, hier und da etwas Stuck, im Sommer strahlendweiß leuchtend. Doch am vergangenen Montag, als ich im Münchner Glockenbachviertel unterwegs bin, hängen die Wolken tief. Die Luft ist drückend, das erste Frühjahrsgewitter droht. Von weit entfernt hört man es schon rumpeln und pumpeln, als würden Riesen mit Felsblöcken Fußball spielen.

Trotzdem sind die Stufen und kleinen Tische vor der GötterSpeise noch gut besetzt. Na klar, echte Schokoladenliebhaber kann auch ein Schauer mit Lichteffekten nicht davon abhalten, ihrer Passion nachzugehen. Der Name der Chocolaterie mit angeschlossenem Café leitet sich von der Bezeichnung des Kakaobaums „Theobroma“ ab, was übersetzt „Speise der Götter“ heißt. Zum Glück, denke ich, haben sich die Zeiten geändert, und auch Normalsterblichen wie mir ist mittlerweile der Genuss der Schokolade vergönnt.

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Es ostert sehr!

Im Inneren empfängt mich der Jahreszeit entsprechend ein farbenfrohes Osterparadies, untermalt von entspannter Jazz-Musik. Bunte Osterhasenherden warten nur darauf, um für den oder die Liebste in einen der Sammelkörbe, die an strategisch günstigen Stellen platziert sind, zu hoppeln.

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Haseninvasion in der GötterSpeise

Daneben tummeln sich gepunktete, gestreifte, karierte und unifarbene Schoko-Ostereier, in verschiedenen Schokoladensorten mit noch mehr verschiedenen Füllungen barock-opulent in großen Schüsseln.

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Ei, ei, ei!

Ich fühle mich wie im Schlaraffenland, sehe mich um, entdecke die Pralinen- und die Kuchentheke, Schokoladentafeln, Karamellbonbons und, und, und –  und muss erst einmal durchatmen, um bei einem Gespräch mit der Inhaberin der GötterSpeise mehr über diesen magischen Ort zu erfahren.

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Priti Sarah Henseler (rechts) erzählt mir die Story der GötterSpeise

Priti Sarah Henseler wurde in Indien geboren, daher der schöne Vorname. Noch Anfang des neuen Jahrtausends arbeitete sie in einem Verlag, bis es sie nach einer sinnlicheren Arbeit dürstete, nach einer Arbeit mit schönen Dingen – wie etwa Schokolade.

Die Gewerberäume der GötterSpeise, in denen sich einst ein Gemüseladen befand, der sich verkleinern wollte, wurden ihr schon fast aufgedrängt, erzählt  Priti Sarah Henseler, während wir an einem der kleinen Stehtische Platz nehmen. 2002 öffnete sie ihr Schokoladenparadies, der Gemüseladen lief einige Zeit noch parallel dazu weiter, bis sie auch diese Räume übernehmen konnte. Heute präsentieren sie und ihr Team aus über zehn Beschäftigten auf circa 50 qm Verkaufsfläche hochwertigste internationale Schokoladen, Süßigkeiten, Pralinen, Tee und Weine. Eine sinnliche Genussoase und ein Treffpunkt im Viertel.

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Selbst Sardinen und andere Fische gibt’s aus hochwertiger Schokolade

Pralinen, Schokolade, aber auch die Kuchen und Torten, die ein Pâtissier zaubert, der schon Station beim „Vier Jahreszeiten“ gemacht hat,  sind der kleine Luxus für jedermann im Alltag, so Priti Sarah Henseler, und bei der handverlesenen Auswahl in der GötterSpeise dürfte eigentlich jeder fündig werden.

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Ein Traum von Pralinen

Neben den großen internationalen Marken wie Michel Cluizel, Vencchi, Mazet und Dolfin stoße ich auch auf Newcomer, etwa Kilian & Close aus Rostock, die die Schokoladenwelt momentan mit ihren veganen Schokoladen aufmischen. Von ihnen stammt auch Priti Sarah Henselers momentane Lieblingsschokolade.

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Wer die Wahl hat … na, ihr wisst schon …

Es gibt kaum ein emotionaleres Lebensmittel als Schokolade. Auch an diesem Nachmittag, als draußen die ersten dicken Regentropfen auf den Bürgersteig klatschen, zieht ein schokoladig-warmer Duft durch die GötterSpeise und weckt in mir ein Gefühl von Nach-Hause-Kommen und Erinnerungen an meine Kindheit. An damals,  als meine Oma zu besonderen Anlässen mit einem fast schon schelmischen Grinsen an den abschließbaren Schrank mit Eichenfurnier im Wohnzimmer ging, um mir, ihrer Enkelin, ein extragroßes Stück von einer Schokoladentafel abzubrechen. Vor über dreißig Jahren fühlte sich das an wie sichtbar gemachte Liebe – und irgendwie hat sich daran in all den Jahrzehnten nichts geändert.

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Seelenstreichler, Trostspender und Liebesbeweis in ihrer schönsten Form

Wahrscheinlich lieben deshalb so viele von uns Schokolade, denke ich, als ich später um einige Euro ärmer und um etliche Genüsse reicher die GötterSpeise verlasse und lächelnd meinen Regenschirm aufspanne. Weil Schokolade ein Lebensmittel ist, das viel, viel mehr ist, als dieses Wort je auszudrücken vermag.

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Mein Fazit:

Die Chocolaterie GötterSpeise und das angeschlossene Café ist ein Lovely Place, weil sie nicht nur voller schokoladiger Genüsse steckt, sondern auch Emotionen und das Kind in jedem Schokoladenliebhaber weckt. Ein fröhlicher Ort, denn bei so viel Schokoladenglück wird genauso viel gelächelt.

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Die Fakten:

GötterSpeise Chocolaterie & Café – Jahnstraße 30 – 80469 München – www.götterspeise.info

Hast du auch eine schöne Schokoladenerinnerung? Dann schreibt sie mir gern in einem Kommentar!

2 Kommentare zu „Auf Schokowolke 8 – in der wunderbaren GötterSpeise in München

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